Tödliche Pilze in Nordamerika

Achtung: Der folgende Inhalt kann nicht als Grundlage zum Verzehr von Pilzen genutzt werden. Pilze, die nicht in diesem Artikel erwähnt werden, können dennoch tödlich sein. Einige Pilze können hochgiftig sein. Bitte kaufen Sie Speisepilze über die üblichen Wege.

Werden sie gründlich gekocht, stellen die meisten Pilze keine Gefahr für Menschen dar. Genau genommen sind tödliche Pilzarten eine winzige Minderheit innerhalb der riesigen Pilzfamilie. Weltweit liegt die geschätzte Artenvielfalt bei einigen Millionen, von denen jedoch nur einige Dutzend tödlich sind.

Was essbare Pilze betrifft, sollten diese vor dem Verzehr immer gründlich gekocht werden. Das reduziert die Möglichkeit einer Magen-Darm-Reizung, und allergischen Reaktionen. Jeder essbare Pilz, der roh oder nicht lang genug gekocht verzehrt wird, kann giftig sein.

Der Unterschied zwischen einem giftigen und einem tödlichen Pilz ist vergleichbar mit Genesung und Tod. Ein giftiger Pilz wird körperlichen Schaden verursachen, von dem sich ein normaler, gesunder Körper jedoch wieder erholen wird. Ein entscheidendes Detail ist, dass selbst jeder leicht giftige Pilze tödlich sein kann, wenn er von einer kranken, älteren oder immunschwachen Person verzehrt wird. Wird hingegen ein tödlicher Pilz gegessen, gibt es oft kein Weg zurück und kein bekanntes Gegenmittel. Behandlungsmöglichkeiten sind eher unterstützend als heildend. Innerhalb einiger Tage bis Wochen versagen die Organe und eine Genesung ist unmöglich.

Bei einer so enormen Vielfalt an Pilzfarben- und formen gibt es keine allgemeingültigen Regeln zur Bestimmung tödlicher Pilze. Jede Pilzart hat ihre eigenen Merkmale. In einigen Fällen sind visuelle Merkmale nicht vorhanden, etwa aufgrund von Umwelteinflüssen, Wachstumsbedingungen, etc. Die sichere Bestimmung eines Pilzes hängt immer von der Fähigkeit des Sammlers ab, die Merkmale vor Ort in der Natur zu erkennen. Mit dem richtigen Training ist es möglich tödliche Pilze zu erkennen. Wir stellen Ihnen fünf tödliche Pilzarten vor, die in Nordamerika vorkommen und zeigen Ihnen einige prägnante Merkmale jedes einzelnen.

Knollenblätterpilz

Optische Merkmale: Ein häufig vorkommender weißer Pilz mit einem rockartigen “Schleier”, der unter einer weichen Kappe hängt. Eine sackartige Schicht umschließt die Basis des Pilzes, die teils oder ganz unterirdisch ist. Der Sporenabdruck ist weiß.
Tödliches Gift: Amatoxine

Diese komplett weißen Pilze sehen schön aus, riechen gut und sollen angeblich auch köstlich schmecken. Leider gibt es jedoch keine bekannte Heilung für eine Amatoxin-Vergiftung. Der einzige Ausweg ist Dialyse mit eventueller Lebertransplantation. Amatoxine führen dazu, dass die Produktion von zellulären Proteinen zum Stillstand kommt. Nach Beginn der Vergiftung gibt es drei Phasen der Toxizität, in denen sich die Symptome schrittweise verschlimmern, bis Leber- und Nierenfunktionen vollständig zum Erliegen kommen. Hohe Sterblichkeitsrate.

Gift-Häubling

Optische Merkmale: Der kleine braune Pilz wächst aus verrotendem Holz und hat eine leicht glockenförmige Kappe. Dieser Pilz kommt häufig vor und wirkt unscheinbar. Der Sporenabdruck ist rostbraun.

Tödliches Gift: Amatoxine

Dies ist ein klassischer kleiner brauner Pilz. Das bedeutet leider auch, dass es viele ähnlich aussehende Pilze gibt, die schwer voneinander zu unterscheiden sind. Die Bestimmung ist für Anfänger nahezu unmöglich, da der Pilz essbaren Pilzen wie dem Gemeinen Samtfussrübling oder dem Gemeinen Stockschwämmchen sehr ähnlich sieht. Das Gift und die Symptome sind die gleichen des Knollenblätterpilzes.

Frühjahrs-Giftlorchel

Optische Merkmale: Fleischfarben mit gewundener hirnförmigen Kappe auf einem dünnfleischigen glatten oder gefalteten Stiehl. Der Sporenabdruck ist blassgelb bis weiß.
Tödliches Gift: Gyromitrin

Diese Pilze können mit einigen der beliebtesten Speisepilzen, den Morcheln, verwechselt werden. Doch Gyromitrin-Arten können etwas enthalten, was Morcheln nicht haben, nämlich das neuartige tödliche Gift “Gyromitrin”. Dieses instabile Molekül wird im Magen in Hydrazine umgewandelt. Diese wiederum sind giftige Verbindungen, die die Leber und das zentrale Nervensystem schädigen.

Kahler Krempling

Optische Merkmale: Zunächst blass gelbbraun, wobei sich die Lamellen mit zunehmendem Alter braun färben. Der Rand der Kappe ist eingerollt. Der Sporendruck ist mittelbraun.
Tödliches Gift: Unbekannt

Der Kahle Krempling ist rätselhaft, da er hin und wieder ohne tödlichen Ausgang verzehrt wird. In bestimmten Fällen kommt es jedoch zur immunhämolytischen Anämie. Das bedeutet, dass das Immunsystem einer Person Antikörper bildet, die ihre eigenen roten Blutkörperchen angreifen und zerstören.

Spitzgebuckelter Raukopf

Optische Merkmale: Rot-orangefarbene, gewölbte Kappe, schuppenartiger Stiehl. Bei jungen Exemplaren sind die Lamellen, von einem vorhang- oder spinnenwebartigen Schleier bedeckt. Der Sporenabdruck ist rostbraun.
Tödliches Gift: Orellanin

Der Spitzgebuckelter Raukopf vermittelt ein falsches Gefühl der Sicherheit, da die Symptome einer Orellanin-Vergiftung erst nach einigen Wochen auftreten können. Zunächst machen sich grippeähnliche Symptome bemerkbar, es folgt Nierenversagen und schließlich der Tod, sofern keine Dialyse erfolgt. Die Dialyse muss monatelang fortgesetzt werden, bis ein geeigneter Spender gefunden ist. Die Genesung ist ein langer und mühsamer Weg.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Sie bei der Pilzsuche immer vorsichtig sein sollten. Essen Sie niemals einen Pilz, wenn Sie sich nicht sicher sind, dass er sich zum Verzehr eignet. Halten Sie inne und überlegen Sie, ob Sie einen Pilz in der Natur mit der gleichen Sicherheit identifizieren können, wie einen Apfel im Supermarkt.